Was macht der Scrum Master den ganzen Tag?

Der Scrum Master ist eine Rolle die nicht nur volle Einsatzbereitschaft, Engagement für Scrum und Menschen erfordert, sondern auch eine große Verantwortung mit sich bringt.


...und konkret?

Neue Scrum Master und Personen die Scrum kennenlernen möchten, fragen sich womöglich welche Aufgaben tatsächlich mit dieser Rolle zusammenhängen und weshalb dies ein Vollzeitjob innerhalb eines Teams ist.


Zur Orientierung folgt eine Liste mit 41 typischen Aufgaben des Scrum Masters.


41 typische Aufgaben des Scrum Masters

  1. Gemeinsam im Team Retrospektiven-Aufgaben umsetzen

  2. Die Entwickler unterstützen, ein besseres technisches Verständnis zu erwerben, dabei ggf. an Entwicklermeetings teilnehmen und agile Entwicklungspraktiken einführen (testgetriebene Entwicklung, kontinuierliche Integration, Pair Programming)
  3. Gerade für neue Scrum Teams: dem Team beim Umgang mit Veränderungen und beim Umstieg auf Scrum helfen
  4. Materialnachschub für Taskboard organisieren
  5. Einzelgespräche mit Entwicklern führen: generell ein Ohr am Team haben, um mitzubekommen, was los ist

  6. Impediments aufnehmen und bei der Behebung unterstützen: diese können konkret an einzelnen Entwicklungsaufgaben liegen, Team Probleme sein, Kommunikationsprobleme im Team mit Product Owner oder zu Stakeholdern, aber auch auf Organisationsebene (was darf das Team, wer stört das Team?)
  7. Teamspielregeln festlegen und gut sichtbar machen

  8. Teammitglieder an die vereinbarten Spielregeln erinnern

  9. Einzelgespräche mit Teamfokus: Was brauchst du im/vom Team? Wie geht es dir gerade? Feedback an dich, Feedback von dir? Wie sehe ich deine Rolle im Team und deinen Beitrag fürs Team? (Empfehlung: alle zwei Wochen mit jedem Teammitglied inkl. Product Owner)

  10. Aha-Momente oder Leidensdruck erkennen als Initialpunkt für sofortige Veränderung (nicht immer nur Input für Retrospektiven, oft auch direkt umsetzbar)

  11. Netzwerk durchforsten für Ideen wie man Probleme/Herausforderungen des Teams lösen könnte (Optionen schaffen)

  12. Beurteilung der Situation mit Scrum Master-Kollegen, Coachs oder Netzwerk diskutieren, um wach zu bleiben und nicht auf die eigenen Ideen beschränkt zu bleiben

  13. Informative Workshops gestalten bzw. Team anregen sie zu gestalten sowie aktuell und hilfreich zu halten

  14. Organisatorische Aufgaben wie das Buchen von Meetingräumen etc. (aber nicht so, dass die Teammitglieder das nicht mehr selbst können)

  15. Social Events organisieren für Teambuilding (das kann auch das Bestärken von Kollegen sein, die dann die Organisation übernehmen)

  16. Auf Missstände hinweisen, selbst wenn diese erst mal für das Team kein großes Problem zu sein scheinen (Beispiel: Sprints werden nicht geschafft, findet das Team aber nicht so dramatisch; der Scrum Master aber schon, der darauf hinweist und zum Beispiel dafür sorgt, dass sich das Scrum Team bei den Stakeholdern im Sprint Review gemeinsam entschuldigt, dass es sein ursprüngliches Versprechen nicht eingehalten hat)

  17. Konflikte moderieren

  18. Beteiligung an Diskussionen, insbesondere, um zu helfen, mehr Optionen zu schaffen und auf Daten aufmerksam zu machen, Beobachtungen wiederzugeben (auch mal auf Gutes hinweisen, also Aspekte die schon gut laufen)

  19. Sessions zum Thema Eigenverantwortlichkeit organisieren

  20. Die Erstellung eines Teamvertrags moderieren

  21. Dem Team helfen, Akzeptanzkriterien direkt in testbare Form zu bringen und dann entsprechend automatisiert zu testen

  22. In Konfliktsituationen Einzelgespräche mit Teammitgliedern führen

  23. Das Team von ungewünschten Einflüssen von außen schützen, also zum Beispiel Teammitgliedern den Rücken stärken, die von ihrem Chef für nicht vereinbarte zusätzliche Aufgaben abgezogen werden sollen

  24. Unterstützung bei der Organisation von teamübergreifendem Wissenstransfer zwischen Entwicklern, Testern, etc. zum Beispiel in Communities of Practice (CoP)

  25. Austausch mit anderen Scrum Mastern (zum Beispiel in einer Scrum-Master-CoP, aber auch über die Community-Events, um über Herausforderungen und Verbesserungen zu sprechen und neue Ideen zu bekommen für Verbesserungsmaßnahmen

  26. Neue Scrum Master ausbilden

  27. Teilnahme an Meetings und Gesprächen mit Zulieferern des Teams oder Empfängern von Teamergebnissen gemeinsam mit Teammitgliedern/Product Owner, damit das Team optimal in die Gesamtprozesse eingebunden werden ist und immer alle nötigen Informationen hat (und weitergibt)

  28. Einzelnen Scrum erklären, Rollen, Meetings, Werte erklären für das Team, aber auch Leute von außen innerhalb der Organisation oder Kunden

  29. An Organisationsmeeting teilnehmen, die das Team betreffen (könnten) um Anregungen zu geben für mehr oder konsequenteres Scrum, die Teambedürfnisse zu kommunizieren und direktere Kommunikation mit dem Team herzustellen

  30. Teamübergreifenden Austausch anregen

  31. Mit Rat und Tat Fragen zu Scrum beantworten

  32. Mit Managern, Projektleitern, Teamleitern, etc. über Rechte und Pflichten der Teams sprechen und wie die Teams dahingehend gestärkt werden können

  33. Scrum/agil der Personalabteilung erklären

  34. Zusammenspiel/Abstimmung zwischen Teams verbessern

  35. Manager dabei unterstützen, das Team für schwierige personelle Situationen Lösungen finden zu lassen anstatt selbst Lösungen vorzugeben

  36. Die internen Scrum Master unterstützen und coachen

  37. Den Team(neu)schnitt über alle vorhandenen Teams moderieren

  38. Das Controlling mit der neuen Scrum-Welt in Verbindung bringen

  39. Die unternehmensinterne Vernetzung der Scrum Master und „Agilen“ über Sparten hinaus begleiten

  40. „Nein“ sagen zu Anforderungen

  41. Kann Aussagen und Versprechungen darüber machen bis wann ein Feature fertig sein wird

Aus dem Vortrag "Was macht der Scrum Master den ganzen Tag?" von Doreen Timm und Henning Wolf

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