5 Fehler wie du eine CoP killst oder wie sie lebendig bleibt

"Communities of practice" oder kurz CoP sind sensible/kreative Orte zum Lernen, Austauschen, Spinnen, Diskutieren, Trainieren, Netzwerken, Beziehungsaufbau oder was auch immer. Es gibt sie zu typischen Themen wie "Agilität", "Scrum", "Design Thinking", "Webentwicklung" aber auch "New Work" oder ganz anderen Punkten.

Community of practice:

 

Regelmäßiger Treffpunkt zum gemeinsamen Lernen und Netzwerken. Dort kann man Neues erfahren, sich mit Gleichgesinnten austauschen und Interessantes ausprobieren.

 

Quelle: Agil moderieren, Patrick Koglin

Doch was ist die Faszination dieser Communities, wie baut man sie auf, wie hält man sie am leben und was ist schädlich/schwierig/verhindernd? Im Umkehrschluss: welche Empfehlungen gibt es?


Wie killst du eine Community?

Folgende Punkte sind Erfahrungswerte aus fünf Jahren "Community-Grooming". Wie scheitern Communities?

 

1. Community und Meetings ohne Wert

Killer Nummer eins für Communities sind tatsächlich nutzlose Treffen. Ich erinnere mich an ein Treffen einer innerbetrieblichen Community in dem es darum gehen sollte die Themenauswahl und weitere Zukunft abzustimmen. Keiner kam! Wieso? Die Teilnehmer waren Vielbeschäftigte, teilweise Führungskräfte und das formulierte Ziel war auf anderen Wegen viel leichter zu erreichen. Das Meeting hatte in der Form keinen Wert.

 

2. Fehlendes Organisationsteam

Eine Community kann nicht alleine geführt werden und sie wird üblicherweise nicht vorwiegend von den Teilnehmern organisiert. Prinzipien der Selbstorganisation hin oder her: Communities müssen geführt werden - dafür braucht es engagierte Personen die dafür einstehen, sich abwechseln, neue Ideen entwickeln, reflektieren usw. usf.

 

Mindestens zwei Personen sind gut, besser drei oder vier.

 

3. Fehlendes Meta-Ziel

Neben dem Organisationsteam steht und fällt die Zukunft mit einer guten Vision oder einem Ziel. Eine Community über die Bundestagswahl 2017 zum Beispiel hat nach der Wahl möglicherweise keinen Sinn mehr oder die Zusammenkunft zum Thema "Aufgaben des Product Owners" ist möglicherweise nach einem Treffen beendet.

 

Ein gutes Meta-Ziel hat Nutzen für alle Beteiligten und bietet genug Möglichkeiten sich über einem Zeitraum von 1 - 10 Jahren (oder länger?) auszutauschen. Die Frage zielt indirekt auf den Nutzen der Community: Wofür ist man teil dessen und was bringt es daran teilzunehmen? Was bringt es der Welt?

 

4. Ausgrenzung, fehlende Beteiligung oder ausbleibendes Feedback

Vielleicht ist das mitunter einer der wichtigsten Punkte? Beteiligung und Integration.

 

Sicherlich kann es erforderlich sein bestimmte Personen nicht anzusprechen und einzubinden, z.B. wenn es einfach nicht zum Thema passt oder den Rahmen sprengt. Dann ist eine Abgrenzung erforderlich: "Was ist die Community nicht?"

 

Die Punkte sollten allerdings gut überlegt sein, besonders in der Startphase.

 

Ebenso erzeugt die Ablehnung von Wünschen schnell Frustration. Ich erinnere mich zum Beispiel an eine wachsende Community die zu Beginn nicht auf die Terminmöglichkeiten der Teilnehmer einging - somit fehlten bei den Meetings aber genau diejenigen die sich ein Thema gewünscht haben. Weitere Einflussfaktoren sind der Ort des Treffpunkts, ob es dort die Möglichkeit gibt zu Essen, ob er mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar ist, ob die Teilnahme als Arbeitszeit gilt etc. Auch das kann Einfluss darauf haben wer wann teilnimmt.

 

Integration und Rückmeldung sind wichtige Punkte. Sie sollten in jedem Meeting ausreichend Platz finden, zum Beispiel durch Themenabfrage, Diskussion, ROTI-Abfrage, Retrospektiven oder Einzelgespräche, usw. usf.

 

5. Langweilige Diskurse, Monologe oder Themenkreisel

Nach dem dritten Meeting über ein Thema wird es langweilig und es spricht nur den gleichen Personenkreis an. Eine Community sollte von wechselnden Teilnehmern profitieren, wechselnde Themen und Referenten anbieten und Formate wechseln. Stammtischparolen oder Monologe sollten mit guter Moderation reduziert oder umgelenkt werden, damit die Qualität und Spannung enthalten bleibt.


Hoffentlich helfen diese Anregungen eine spannende/lebendige und nutzstiftende Community aufzubauen oder zu erhalten?

 

Viel Spaß dabei!

 

P.S. weitere Anregungen natürlich im Buch...